23 Feb

WM im Sommer: Wie könnte der deutsche Kader aussehen?

WM im Sommer: Wie könnte der deutsche Kader aussehen?

Die deutsche Basketballnationalmannschaft hat sich bereits für die WM in China qualifiziert. Ergebnisse und Leistungen der DBB-Korbjäger waren bislang vom Feinsten, wozu man Henrik Rödl und seinen Akteuren nur gratulieren kann. Langsam aber rückt die Frage in den Vordergrund, wie der Kader für den Sommer aussehen könnte.

Der Backcourt: Schröder, Lo und wer noch?

NBA-Star Dennis Schröder dürfte genauso gesetzt sein wie Bayern-Guard Maodo Lo. Diese beiden Düsenjets liefern Beschleunigung, Endgeschwindigkeit, die Fähigkeit, den eigenen Wurf zu kreieren und durch ihre Penetration zum Korb Lücken für ihre Mitspieler zu reißen. Aber wer komplettiert den Backcourt neben ihnen? Ismet Akpinar und Bastian Doreth haben in der Qualifikation weitestgehend den Spielaufbau übernommen. Es ist schwer vorstellbar, dass beide mit nach China fliegen, wenn Schröder und Lo zur Verfügung stehen. Joshiko Saibou wäre in der vergangenen Saison ein heißerer Kandidat als in dieser Spielzeit gewesen, in der ihn Verletzungen zurückgeworfen haben. Karsten Tadda bringt Verteidigung und große Rollenakzeptanz, Andreas Obst die Gefährlichkeit von der Dreipunktelinie (44,3% in der ACB). Zu guter Letzt müssen wir noch Isaac Bonga in die Diskussion einführen. Die Fähigkeit, alle drei Außenpositionen zu spielen und mit seiner Länge defensiv Attribute in die Waagschale zu werfen, die seine Konkurrenten rein körperlich nicht mitbringen, machen den 19Jährigen definitiv interessant.

Small Forward: Zwei aus Drei?

Auf dieser Position wird viel davon abhängen, wie sich die Formkurve bei Paul Zipser gestaltet. Sollte der Rekonvaleszent bis zum Sommer in Topverfassung kommen, führt eigentlich kaum ein Weg an ihm vorbei. Der aktuell verletzte Robin Benzing hat in der Qualifikation über 18 Punkte pro Partie erzielt und die Mannschaft in vielen Momenten offensiv getragen. Dies könnte für Niels Giffey bedeuten, dass er möglicherweise zu Hause bleiben muss. Alle Drei mitzunehmen, gilt als eine eher abwegige Variante, da es zumindest nicht einfach wäre, einen von ihnen auf einer anderen Position zu spielen. Keiner passt in das klassische Anforderungsprofil eines Shooting Guards, und für einen Small-Ball-Vierer kann man angesichts des Überangebots an langen Leuten nur schwer Platz im Kader schaffen.

Die Innenspieler: Die Qual der Wahl

Danilo Barthel, Maxi Kleber, Daniel Theis, Maik Zirbes, Johannes Thiemann, Isaiah Hartenstein, Joe Voigtmann, Andi Seiferth, Tibor Pleiß, Moritz Wagner, Elias Harris: mehr als die Hälfte der Genannten kann nicht mit dabei sein. Mit Barthel, Kleber und Theis stehen drei Power Forwards zur Verfügung, die im Fall der Fälle auch auf der Centerposition aushelfen können. Aufgrund ihrer herausragenden Qualitäten sind sie an beiden Ende des Feldes unverzichtbar. Bleibt noch Platz für zwei Center. Voigtmann, Zirbes und Pleiß haben die größten Namen, aber die Minuten sind ohnehin begrenzt, und mit Hartenstein und Wagner klopfen zwei große Talente an die Tür. Einem sollte der Platz als fünfter Big Man gehören, um wertvolle Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln. Hartenstein reboundet überragend in der G-League (14,9 pro Spiel), während Wagner eher in die Kategorie Stretch-Fünfer passt. Auf jeden Fall sind beide vielseitig – genau wie mein Favorit Johannes Voigtmann, so dass sie für eine einheitliche Spielkonzeption stünden.

Wie würde ich mich entscheiden?

Butter bei die Fische, wen würde ich mit nach China nehmen?

Dennis Schröder

Maodo Lo

Ismet Akpinar

Niels Giffey: Da Dennis Schröder den Ball dominieren wird und nicht ständig einen zweiten Kreativspieler an seiner Seite benötigt, nehme ich Giffey als Shooting Guard mit. Defensiv kann er das halbwegs solide hinbekommen, wie er gegen Bayreuth und Cassius Robertson bewiesen hat. Offensiv kann er aufposten, über turnouts kommen und spot-up-Würfe eintüten. Mit Paul Zipser als gutem 1-1-Spieler auf der 3 kann das funktionieren.

Paul Zipser

Robin Benzing

Danilo Barthel

Maxi Kleber

Daniel Theis

Joe Voigtmann

Isaiah Hartenstein

Richtig gezählt, das sind nur elf Spieler. Bezüglich des letzten Spots tendiere ich zu Isaac Bonga, wodurch die Mannschaft mit neun Spielern über zwei Meter aber vielleicht zu groß wäre. Also doch Joshiko Saibou oder Andi Obst? Ich würde alle drei zur Vorbereitung einladen und dann anhand meiner Eindrücke diese Entscheidung fällen.

Euer

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