06 Feb

Meine Starter für das ALLSTAR Game 2019

Meine Starter für das ALLSTAR Game 2019

Das ALLSTAR Game ist eine Spaßveranstaltung! Jedes Jahr bietet es den Spielern die Gelegenheit, in entspannter Atmosphäre Zeit mit den Kollegen aus der Liga zu verbringen. Es wird viel geflachst und gelacht. Auch wenn es ein weiterer „Arbeitstag“ im Terminkalender ist, so hatte ich immer das Gefühl, dass alle Beteiligten diese Momente sehr genießen. Drei Mal hatte ich die Ehre und das Vergnügen, eine Mannschaft bei diesem Spektakel coachen zu dürfen. Zuletzt war das 2011 der Fall, als sich die Allstars in Trier trafen, dort wo auch in diesem Jahr die Basketballgemeinde zusammenkommt. Ich weiß noch genau, dass mein damals dreijähriger Sohn mit auf der Bank saß und bei jedem Wechsel Spieler wie Rickey Paulding und Julius Jenkins stolz abklatschte. Allerdings sorgte er auch für meine größte Herausforderung in dieser Partie, als er mir im drittel Viertel mitteilte, dass er dringend auf die Toilette müsse.

Ich habe mir überlegt, wen ich für die Startformationen am 23.3. nominieren würde und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen.

Team National

Maodo Lo hat in dieser Spielzeit sicher noch Luft nach oben. Aber der Neuzugang der Bayern ist dennoch die erste Wahl, wenn es darum geht, den Point Guard im Team National zu besetzen. Seine Beschleunigung und sein Speed sind elitär, sein Wurf von der Dreipunktelinie stabil. Zudem kann sich der Nationalspieler jederzeit im 1-1 unterschiedliche Optionen kreieren.

Bei den Shooting Guards hat Nihad Djedovic eindeutig die Nase vorn. Der 29Jährige spielt die wohl beste Saison seiner Karriere. Sein starker Drive mit den eleganten Abschlüssen war über Jahre hinweg sein Markenzeichen. Aber im Laufe der Zeit hat er seinem Spiel weitere Elemente hinzugefügt. Djedovic ist als Distanzschütze zuverlässiger geworden (über 50% Dreier in dieser Saison!)  und etabliert sich derzeit als Top-Verteidiger, der bei den Bayern grundsätzlich den stärksten Außenspieler des Kontrahenten übernimmt.

Bei den Small Forwards geht der Zuschlag an Niels Giffey. Der Kapitän der Albatrosse erfüllt seinen Job auf beiden Forward-Positionen ausgezeichnet. Der zweimalige College-Champion ist der einzige Deutsche bei den Hauptstädtern, der im Schnitt zweistellig punktet. Dass ihm dies gelingt, obwohl sein gefürchteter Dreier bislang nur unterdurchschnittlich fällt, belegt wie facettenreich sein Spiel mittlerweile geworden ist.

Wer sonst als Danilo Barthel könnte der Power Forward sein? Der Ex-Frankfurter ist an beiden Enden des Feldes ein Fels in der Brandung. Sowohl in der 1-1-Verteidigung als auch in der Team Defense leistet der 27Jährige Außergewöhnliches. Aufgrund seiner Kraft in den Beinen und im Oberkörper ist er von Vierern fast unmöglich aufzuposten, während er selbst extrem hochprozentig über beiden Schultern abschließt und zusätzlich noch mit Gesicht zum Korb attackieren kann.

20,2 Punkte, 10,9 Rebounds, 5,4 Assists und 1,1Blocks. Wie bitte, diese Werte legt ein deutscher Spieler auf? John Bryant, der mittlerweile eingebürgerte Center der Gießen 46ers, ist der Dominator auf der Centerposition. Wer MVP werden möchte, muss Big John hinter sich lassen. Der Koloss steht bei jedem Rebound richtig und bestraft das Doppeln, indem er seine Mitspieler immer wieder findet. Was soll nur werden, wann auch sein Dreier wieder wie in Ulmer Tagen fallen sollte?

Team International

Oldenburg stellt nach Berlin die zweitbeste Offense der Liga. Der Tempomacher bei den Niedersachsen heißt Will Cummings, der auch persönlich die zweitmeisten Punkte der Liga markiert. Nachdem er zuletzt bei Darüssafaka Istanbul mit eher angezogener Handbremse unterwegs war, zeigt der Spielmacher unter Mladen Drijencic, was er in einer größeren Rolle leisten kann. Mit 26 Jahren ist für den schnellen und eleganten Amerikaner das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht.

Der letzte Satz gilt vollumfänglich auch für den ein Jahr jüngeren Javonte Green. Der Ulmer ist meine Wahl für die Position des Shooting Guards. Der beste Athlet der Liga kann problemlos beide Flügelpositionen bekleiden. Seine Explosivität und Antizipation machen ihn zu einem erfolgreichen Wilderer in den Passwegen. Dazu kommt, dass der spektakuläre Amerikaner mit montenegrinischem Pass den Dreier mit mehr als 40% trifft. Green könnte in Ulm eine ähnlich große europäische Karriere starten wie Will Clyburn.

Auf der Position des Small Forwards nominiere ich Derrick Williams. Da er und Luke Sikma in der Rolle des Power Forwards brillieren, aber beide unbedingt ins Team gehören, ist der Ex-NBA-Spieler auf der Drei dabei. Das Skillset dafür ist ohnehin vorhanden. Mindestens genauso gut gefällt mir aber sein Mindset. Mit seiner Energie und seiner Bereitschaft, trotz seines Werdegangs eine Rolle von der Bank zu akzeptieren, hat sich der 27Jährige viele Sympathien erworben. Im 1-1 ist Williams auf NBA-Niveau.

Der MVP der vergangenen Runde ist wie bereits erwähnt natürlich auch gesetzt. Luke Sikma ist der freundliche Patenonkel im Berliner Kindergarten. Der Amerikaner liest das Spiel absolut überragend und inspiriert mit seinem uneigennützigen Teamansatz seine Mitstreiter. Er ist das zentrale Teil in Coach Aítos Puzzle. Der 29Jährige ist an Vielseitigkeit kaum zu überbieten und bereitet damit sowohl Basketballpuristen alter Schule als auch jungen Nerds viel Freude.

Manchmal ist weniger mehr. Rasid Mahalbasic hat Gewicht verloren und sich als Scoring-Option etwas zurückgenommen, um dadurch am Ende an Einfluss zu gewinnen. Der Österreicher ist ein ganz wichtiger Faktor für die bislang so überzeugende Saison der Oldenburger. Starkes 1-1-Spiel im Low Post und ein für einen Big Man weit überdurchschnittliches Spielverständnis zeichnen ihn aus. Das bislang einzige Triple Double dieser Saison geht auf sein Konto.

Die Coaches

Die genannten Herren benötigen jeweils noch einen Übungsleiter, der das Taktikboard im Schrank lässt und sich auf die Wechsel beschränkt. Für das Team National hat sich Frank Menz diesen Spot verdient, der über drei Jahre hinweg in Braunschweig mit überschaubarem Budget konstant gute Arbeit abgeliefert hat und aktuell sogar im Playoff-Rennen mitläuft.

Pedro Calles, der die sensationelle Entwicklung beim Aufsteiger Vechta steuert, ist mein Coach für das Team International. Im letzten Blog habe ich den smarten Senkrechtstarter ausführlich vorgestellt.

Euer

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